Bei Kindern ist es ein völlig normaler Prozess, bei politischen Gruppierungen nicht unbedingt. Auch nach sieben Jahren wachsen die Unabhängigen Wähler Eisenbach (UWE) weiter, auf der Jahreshauptversammlung am 31. Oktober im Eisenbacher Pfarrheim konnte der erste Vorsitzende Jürgen Hundler wieder neue Mitglieder willkommen heißen. Aktuell haben sich nun 75 politisch interessierte Bürgerinnen und Bürger der Wählergemeinschaft angeschlossen. Dies zeige, dass die Themen von UWE als wichtig, die Kommunikation mit der Bevölkerung und das Auftreten der gewählten Mandatsträger in der Gemeindevertretung, dem Gemeindevorstand und im Ortsbeirat als authentisch und sympathisch wahrgenommen würden, so Hundler in seiner Begrüßung.

In seinem Resümee ließ er das letzte Jahr der politischen Arbeit Revue passieren. Seine Schwerpunktthemen waren der Ausbau von Windkraftanlagen, der Neubau des Eisenbacher Feuerwehrgerätehauses sowie das geplante Dienstleistungszentrum für die Feuerwehren von Brechen, Bad Camberg, Hünfelden, Weilrod und Selters auf dem Gebiet der Stadt Bad Camberg. Allen drei Projekten steht UWE positiv gegenüber. Zum Thema Windkraft, das in der Gemeindevertretung sehr kontrovers diskutiert wurde, erläuterte Hundler „dass die Ablehnung der Verträge der immer noch finanziell klammen Gemeinde Selters mögliche Einnahmen in Millionenhöhe für die Dauer der Betriebslaufzeit gekostet hätten“.

Ortsvorsteher und Fraktionsvorsitzender Lo Siegmund wurde noch konkreter: „CDU und Freie Wähler haben mit ihrer Argumentation und ihrer Unterstützung eines Bürgerbegehrens suggeriert, dass bei einer Ablehnung der Verträge der Bau der Windkraftanlagen hätte verhindert werden können. Das ist blanker Unfug und Augenwischerei. Keine der Anlagen steht auf gemeindeeigener Fläche, die Anlagen in Münster stehen auf privatem Grund, die WKA in Haintchen auf dem Gebiet von Weilrod und Hessen-Forst. Bei einem negativen Beschluss wären die Anlagen um wenige Meter von der Selterser Gemeindegrenze weggebaut bzw. die Rotorblätter verkleinert worden, aber der Bau hätte niemals durch die Gemeindevertretung komplett verhindert werden können. Über diese Genehmigungen beschließen nicht die Gremien der Gemeinde Selters, sondern das Regierungspräsidium in Gießen.“

Weiter berichtete Siegmund über die aktuellen Anträge von UWE in der Gemeindevertretung und den Aktivitäten des Ortsbeirates. Ein großes Anliegen ist ihm die Einrichtung eines „Arbeitskreises Zukunft Selters“ mit Vertretern aus den politischen Gruppierungen, der Verwaltung und Bürgerinnen und Bürgern sowie Vereinen und Gewerbetreibenden, die dort unabhängig vom „politischen Tagesgeschäft“ Pläne und Visionen für die Entwicklung von Selters in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren erarbeiten könnten. Dieser Antrag steht in der kommenden Gemeindevertretersitzung am 17.11. auf der Tagesordnung.

Aus den Reihen der Mitglieder wurde gefragt, ob für die Hauptstraße vom Ortseingang Mühlstraße bis zur Kirchstraße nicht ebenfalls eine Tempo 30 Begrenzung umgesetzt werden könne. Dies sei zwar eine Kreisstraße, aber in der Niederselterser Brunnenstraße sei dies ja ebenfalls umgesetzt worden. Bei den anstehenden Wahlen wurden Vanessa Kaiser, Bernd Schmidt, Jürgen Deisel und Lukas Gautsch als Beisitzer gewählt. Kassenprüfer sind Jürgen Deisel und Lukas Gautsch. Um halb zehn schloss der Vorsitzende Jürgen Hundler die Sitzung und bedankte sich für die rege Teilnahme und den interessanten und wichtigen Austausch. Er lud alle Mitglieder zu einer Jahres-Willkommensfeier am 21.01.2023 ein. Es findet eine Wanderung mit anschließender Einkehr ins Schützenhaus statt.

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