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	<title>Notizen aus dem Protokoll Archive &#187; UWE News</title>
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	<title>Notizen aus dem Protokoll Archive &#187; UWE News</title>
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		<title>Ein Haushaltsplan, Freibad-Glück und hungrige Rehe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[No]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Feb 2026 09:27:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Notizen aus dem Protokoll]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer sagt eigentlich, dass man für die Verplanung von Millionenbeträgen und die Rettung des ökologischen Gleichgewichts Tage braucht? Die Selterser Gemeindevertretung bewies am 4. Februar 2026 im Mineralbrunnen Niederselters eine [&#8230;]</p>
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<p>Wer sagt eigentlich, dass man für die Verplanung von Millionenbeträgen und die Rettung des ökologischen Gleichgewichts Tage braucht? Die Selterser Gemeindevertretung bewies am 4. Februar 2026 im Mineralbrunnen Niederselters eine Effizienz, die jeden Stechuhr-Fanatiker vor Neid erblassen ließe. In exakt 60 Minuten – von 19:30 bis 20:30 Uhr – wurden Haushaltsfragen, Steuersätze und das Schicksal unserer Waldverjüngung durchgepeitscht. Für uns als UWE war dieser Abend eine Lehrstunde in Sachen politischer Verantwortungsübernahme – während andere Fraktionen das taktische Abtauchen perfektionierten.</p>



<p>Hier sind die fünf wichtigsten Erkenntnisse einer Sitzung, die trotz ihrer Kürze weitreichende Konsequenzen für Selters hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">1. Der Haushalt 2026 – Ein Kraftakt gegen die Entscheidungslosigkeit</h2>



<p>Die nackten Zahlen lügen nicht, aber sie tun manchmal weh. Um die Handlungsfähigkeit unserer Gemeinde zu erhalten, mussten wir die&nbsp;<strong>Grundsteuer B auf 543 v.H.</strong>&nbsp;anheben (TOP 7). Ein notwendiges Übel, das wir als UWE mitgetragen haben, denn wir wissen: Wer nicht investiert, verliert den Anschluss.</p>



<p>Bemerkenswert war das kollektive Versteckspiel bei der Abstimmung zur Haushaltssatzung (TOP 8.6): Mit lediglich&nbsp;<strong>10 Ja-Stimmen gegen 3 Nein-Stimmen bei 13 Enthaltungen</strong>&nbsp;wurde das wichtigste Dokument des Jahres verabschiedet. Während sich 13 gewählte Vertreter in die vornehme Unverbindlichkeit der Enthaltung flüchteten, haben wir als UWE das Rückgrat bewiesen, &#8222;Ja&#8220; zur Zukunft von Selters zu sagen.</p>



<p>Zu den Eckdaten des Haushaltsplans gehören:</p>



<p>•&nbsp;<strong>Investitionsprogramm 2026 bis 2029:</strong>&nbsp;Die Roadmap für unsere bauliche Zukunft.</p>



<p>•&nbsp;<strong>Gesamtergebnishaushalt &amp; Gesamtfinanzhaushalt 2026:</strong>&nbsp;Der Rahmen für das operative Geschäft.</p>



<p>•&nbsp;<strong>Stellenplan 2026:</strong>&nbsp;Damit die Verwaltung auch Köpfe hat, die die Arbeit erledigen.</p>



<p>•&nbsp;<strong>Der &#8222;Mobilbagger-Sperrvermerk&#8220;:</strong>&nbsp;Ein Highlight bürokratischer Detailtiefe – der Ankauf eines Mobilbaggers (Inv.-Nr. 13-I26-001) wurde mit einem Sperrvermerk versehen. Man gönnt sich ja sonst nichts, außer vielleicht einer Extra-Prüfung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">2. Das Freibad-Wunder – Einstimmiges Glück für unsere Jugend</h2>



<p>In einem seltenen Moment totaler parlamentarischer Harmonie (26 Ja-Stimmen, keine einzige Enthaltung!) wurde bei TOP 6 der sprichwörtliche &#8222;Zucker&#8220; verteilt. Selterser Kinder und Jugendliche dürfen sich freuen: Während der&nbsp;<strong>hessischen Sommerferien</strong>&nbsp;ist der Eintritt in unser Freibad künftig&nbsp;<strong>kostenfrei</strong>.</p>



<p>Das ist eine Investition, die wir als UWE voll unterstützen. Es ist nicht nur eine soziale Geste, sondern die beste Prävention gegen hitzige Gemüter und sommerliche Langeweile. Wenn man bedenkt, wie zerstritten das Gremium beim Haushalt war, scheint das kühle Nass die einzige Substanz zu sein, die alle Fraktionen an einen Tisch (oder in ein Becken) bringt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Der Wald hat Hunger – Das PEFC-Drama um Bambi und die Zertifikate</h2>



<p>Unser Gemeindewald hat ein Problem: Die Rehe haben offensichtlich keine Lust auf die offizielle Speisekarte und vergreifen sich lieber an den jungen Trieben, die eigentlich unsere Zukunft sichern sollen. Was wie eine Randnotiz klingt, gefährdet unsere&nbsp;<strong>PEFC-Zertifizierung</strong>&nbsp;und damit bares Geld (TOP 5.4).</p>



<p>Die Verwaltung musste bereits einen Brandbrief-Bericht an die Zertifizierer schicken. Die Situation ist ernst:</p>



<p>&#8222;Sollte sich in den nächsten 2 bis 3 Jahren keine Verbesserung der Situation einstellen, droht der Verlust des Zertifikats, was nicht nur die Vermarktung des im gemeindlichen Wald geernteten Holzes erschwert, sondern auch dazu führen kann, dass die bisher ausgezahlten Fördergelder aus dem Bundesprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ komplett zurück gezahlt werden müssen.&#8220;</p>



<p>Kurz gesagt: Wenn die Rehe nicht aufhören zu naschen, bittet der Staat uns zur Kasse. Wir als UWE hoffen, dass das Monitoring bald Wirkung zeigt, bevor unser Waldmanagement zum Millionengrab wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">4. &#8222;In der Oberau&#8220; – Gewerbegebiet zwischen Regressangst und Realitätssinn</h2>



<p>Das Gewerbegebiet &#8222;In der Oberau&#8220; (TOP 9 &amp; 11) bleibt unser lokaler Wirtschaftskrimi. Hier schwirrt die Zahl von&nbsp;<strong>3,6 Millionen Euro</strong>&nbsp;durch den Raum – die geschätzte Summe, die die Firma Intrachem Bio Deutschland GmbH &amp; Co. KG in einem Brief vom&nbsp;<strong>29. Januar 2026</strong>&nbsp;als potenziellen Schadenersatz bezifferte, sollte das Projekt scheitern. Zwar werden diese Ansprüche aktuell nicht geltend gemacht, doch das Damoklesschwert hängt tief.</p>



<p>Die Gemeinde steht vor einer Wahl zwischen Pest und Cholera: Die &#8222;Große Lösung&#8220; droht mit Verlusten von bis zu&nbsp;<strong>2,36 Millionen Euro</strong>, die &#8222;Kleine Lösung&#8220; mit immerhin noch rund&nbsp;<strong>2,0 Millionen Euro</strong>. Die Lösung der Verwaltung: Die Grundstückspreise müssen massiv auf Marktniveau angehoben werden, um dieses Loch zu stopfen. Wir als UWE fordern hier volle Transparenz und ehrliche Gespräche mit allen Interessenten. Ein kleiner Trost: Die&nbsp;<strong>Eigenkapitalquote</strong>&nbsp;der Gemeinde ist laut Bürgermeister von 55,00 (2020) auf&nbsp;<strong>58,03 (2024)</strong>&nbsp;gestiegen – allerdings stehen die Werte für 2023 und 2024 noch unter dem&nbsp;<strong>Vorbehalt der Prüfung durch das RPA</strong>. Wir sind also solide, aber noch nicht im sicheren Hafen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">5. Geldregen aus Wiesbaden – Der Hessenplan als Infrastruktur-Retter</h2>



<p>Einen echten Lichtblick gab es bei TOP 5.2: Aus dem LuKIFG-Programm (Teil des Hessenplans) erhält Selters eine Förderung von satten&nbsp;<strong>2.954.130,00 Euro</strong>. Das ist kein Kleingeld, sondern eine echte Chance für unsere Infrastruktur.</p>



<p>Der Haken? Das Geld fließt frühestens ab dem dritten Quartal 2026. Die Verwaltung wird im Frühjahr eine&nbsp;<strong>Prioritätenliste</strong>&nbsp;erstellen. Dabei werden auch alte &#8222;Leichen&#8220; – also Finanzplanentwürfe vergangener Jahre auf nicht umgesetzte Projekte – gesichtet. Wir als UWE werden akribisch darauf achten, dass diese Mittel nicht in Prestigeprojekten versickern, sondern dort ankommen, wo es für den Bürger zählt: bei der Wasserversorgung, der Abwasserbeseitigung und der allgemeinen Infrastruktur.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Ein Blick in die Kristallkugel</h2>



<p>Selters steht trotz gefräßiger Rehe und hitziger Steuerdebatten auf einem soliden Fundament. Mit dem Projekt <strong>&#8222;100 Wilde Bäche&#8220;</strong> am Laubus- und Eisenbach, den geplanten <strong>Photovoltaik-Freiflächen</strong> in Münster und Niederselters sowie dem Fortschreiten der <strong>Windkraft</strong> setzen wir auf Nachhaltigkeit, die sich auszahlt.</p>
<p> </p>


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		<title>Friedhöfe, Fluten und Finanzen: 45 Minuten Eisenbacher Lokalpolitik (und was wirklich hängen blieb)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[No]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jan 2026 05:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Notizen aus dem Protokoll]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der 45-Minuten-Sprint in der Altenbegegnungsstätte Normalerweise ist das Rezept für eine Ortsbeiratssitzung bekannt: Man nehme eine ordentliche Portion Sitzfleisch, eine Thermoskanne mit mäßigem Kaffee und stelle sich auf einen Abend [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der 45-Minuten-Sprint in der Altenbegegnungsstätte</strong></h2>



<p>Normalerweise ist das Rezept für eine Ortsbeiratssitzung bekannt: Man nehme eine ordentliche Portion Sitzfleisch, eine Thermoskanne mit mäßigem Kaffee und stelle sich auf einen Abend ein, der erst endet, wenn die Konzentration längst Feierabend gemacht hat. Doch am 8. Dezember 2025 bewies der Ortsbeirat Eisenbach im Sitzungssaal der Altenbegegnungsstätte in der Kirchstraße 30, dass Lokalpolitik auch im Hochgeschwindigkeitsmodus funktioniert.</p>



<p>Beginn: 20:00 Uhr. Ende: 20:45 Uhr. Eine Dreiviertelstunde für die Belange des Dorfes. Man könnte fast meinen, in Eisenbach sei die Weltrettung eine Sache der Effizienz. Doch wer als „Bürger-Versteher“ genauer hinschaut, merkt schnell: Die kurze Dauer war kein Zeichen von Untätigkeit, sondern das Ergebnis einer fast schon schmerzhaften Routine im Umgang mit bürokratischen Endlosschleifen.</p>



<p><strong>Das Friedhofs-Phantom – Warten auf das Jahr 2022 (Teil 4)</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="581" height="1024" src="https://uwe-news.de/wp-content/uploads/image-2-e1769002899128-581x1024.jpg" alt="" class="wp-image-6933" style="aspect-ratio:0.5673848686814318;width:416px;height:auto" srcset="https://uwe-news.de/wp-content/uploads/image-2-e1769002899128-581x1024.jpg 581w, https://uwe-news.de/wp-content/uploads/image-2-e1769002899128-170x300.jpg 170w, https://uwe-news.de/wp-content/uploads/image-2-e1769002899128-238x420.jpg 238w, https://uwe-news.de/wp-content/uploads/image-2-e1769002899128.jpg 649w" sizes="(max-width: 581px) 100vw, 581px" /></figure>
</div>


<p>Man muss sich die Zeitschiene einmal auf der Zunge zergehen lassen: Schon Mitte 2022 wurde – unter reger Beteiligung der Bürger und nach zwei ausführlichen Ortsbegehungen – ein Nutzungskonzept für den Friedhof Eisenbach verabschiedet. Das Planungsbüro Kraus lieferte die Visionen, die Politik nickte sie ab. Doch wer heute, Ende 2025, den Friedhof besucht, findet dort exakt das gleiche Bild wie vor drei Jahren. Kein Bagger, kein Spatenstich, nur das leise Wiehern des Amtsschimmels im Hintergrund.</p>



<p>Der Ortsbeirat scheint die Geduld nun endgültig verloren zu haben. Einstimmig forderte das Gremium Mittel für das erste Halbjahr 2026, um endlich in die Phase der Ausschreibung und Vergabe zu kommen. Das Protokoll schlägt hier Töne an, die für ein offizielles Dokument ungewöhnlich deutlich sind und den Frust der Bürger direkt in die Verwaltung tragen:</p>



<p>„Dass hier nicht wenigstens kleine Fortschritte bei der sukzessiven Umsetzung des Konzeptes zu erkennen sind, ist der Bevölkerung inzwischen nicht mehr vernünftig zu vermitteln.“</p>



<p>Es ist die pure Verzweiflung gegenüber einer Gemeindeverwaltung, die Pläne zwar beschließt, sie dann aber wie einen guten Wein im Keller lagert – nur dass sie mit dem Alter leider nicht besser werden.</p>



<p><strong>Der Haushalt 2026 – Wenn die Hände fehlen</strong></p>



<p>Beim Thema Haushaltsplan 2026 gab sich der Ortsbeirat betont zurückhaltend. Man nahm den Entwurf lediglich „zur Kenntnis“. Eine abschließende Entscheidung? Unmöglich. Der Grund ist ein klassisches Stück bürokratisches Theater: Während der Ortsbeirat tagen muss, sind die Beratungen in den übergeordneten Gemeindegremien noch gar nicht abgeschlossen. Man diskutiert also über Zahlen, die sich morgen schon wieder in Luft auflösen könnten.</p>



<p>Viel spannender war jedoch der Insider-Blick auf das eigentliche Problem: Es fehlt nicht nur an Geld, sondern schlicht an Köpfen. Der Beirat forderte explizit eine „Prioritätenliste“ für 2026, die auf die knappen personellen Ressourcen in der Gemeindeverwaltung Rücksicht nimmt. Es ist die ehrliche Erkenntnis, dass das schönste Budget nichts nützt, wenn im Rathaus niemand mehr da ist, der den Auftrag auch unterschreibt oder die Baustelle überwacht.</p>



<p><strong>Das hydraulische Rätsel: Wenn Gutachten zu Papiertigern werden</strong></p>



<p>Unter TOP 6.1 widmete man sich dem Wasser – oder besser gesagt, dem Schutz davor. Eisenbach hat ein „hydraulisches Gutachten“, das theoretisch genau weiß, wo das Wasser fließt. Doch Theorie allein hält keine Keller trocken. Der Ortsbeirat fragte daher nach einem handfesten „Prozessplan“: Wer macht was bis wann?</p>



<p>Ohne diesen Zeitplan bleibt das teure Gutachten ein klassischer Papiertiger – beeindruckend im Regal, aber völlig zahnlos in der Praxis. Die Bürger warten nicht auf neue Berechnungen, sondern auf den ersten Rollen der Bagger. Ob dieser Plan existiert oder ob er im selben Aktenschrank wie das Friedhofskonzept von 2022 verschwunden ist, bleibt die spannende Frage für das nächste Jahr.</p>



<p><strong>Das Wunder von Eisenbach: Abschied in Harmonie</strong></p>



<p>Zum Ende der Sitzung unter TOP 7.1 geschah etwas, das in der heutigen Politik fast schon Seltenheitswert hat. Ortsvorsteher Lothar Siegmund bedankte sich bei seinen Mitstreitern für die „gute und konstruktive Zusammenarbeit“ – und das über die gesamte Legislaturperiode hinweg.</p>



<p>Man könnte es die „Eisenbacher Harmonie-Falle“ nennen: Man versteht sich prächtig, ist sich in der Sache einig und bildet eine geschlossene Front gegen den Stillstand. Es ist fast so, als schweiße der gemeinsame Kampf gegen die Mühlen der Verwaltung das Gremium erst so richtig zusammen.</p>



<p><strong>Fazit: Was bleibt nach 45 Minuten?</strong></p>



<p>Die 24. Sitzung war ein hocheffizienter Abend, der jedoch ein bitteres Schlaglicht auf die Umsetzungskraft lokaler Politik warf. Der Ortsbeirat in der Kirchstraße 30 hat geliefert, die Probleme benannt und die Forderungen gestellt. Doch die Umsetzung bleibt ein Marathon, bei dem der Verwaltung auf halber Strecke die Puste ausgegangen zu sein scheint.</p>



<p>Es bleibt die bange Frage für das neue Jahr:&nbsp;<strong>Wird der Friedhof 2026 endlich zur Baustelle, oder feiern wir 2027 das fünfjährige Jubiläum der reinen Planungslosigkeit?</strong></p>


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		<item>
		<title>Zwischen Aktenordnern und Weihnachtsglanz: Was Sie über die letzte Sitzung der Gemeindevertretung wissen müssen</title>
		<link>https://uwe-news.de/zwischen-aktenordnern-und-weihnachtsglanz-was-sie-ueber-die-letzte-sitzung-der-gemeindevertretung-wissen-muessen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[No]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jan 2026 09:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Notizen aus dem Protokoll]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Duft von Gebäck und die Magie der 85 Minuten Es ist der 17. Dezember 2025. Während die meisten Bürger von Selters vermutlich schon die dritte Lage Plätzchen aus dem [&#8230;]</p>
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<p><strong>Der Duft von Gebäck und die Magie der 85 Minuten</strong></p>



<p>Es ist der 17. Dezember 2025. Während die meisten Bürger von Selters vermutlich schon die dritte Lage Plätzchen aus dem Ofen holten oder sich in die Vorweihnachtshektik stürzten, versammelte sich die Lokalpolitik im Mineralbrunnen Niederselters zur 41. öffentlichen Sitzung. Wer nun ein zähes Ringen um Paragrafen bis tief in die Nacht befürchtete, wurde eines Besseren belehrt: In rekordverdächtigen 85 Minuten – von 18:30 Uhr bis exakt 19:55 Uhr – wurde das kommunale Jahr abgehandelt. Es war eine Sitzung zwischen Besinnlichkeit und bemerkenswerter Effizienz, die bewies, dass man auch im Taunus den Turbo zünden kann, wenn der Weihnachtsbraten lockt.</p>



<p><strong>Die Kunst des Vertagens – Warum weniger Sitzung mehr Weihnachten bedeutet</strong></p>



<p>Der eigentliche „Magic Moment“ der Sitzung fand bereits ganz am Anfang statt. Unter Tagesordnungspunkt 3 verwandelte sich die Agenda durch ein beherztes Streichkonzert in eine deutlich schlankere Version ihrer selbst. Die Modernisierung der Kita Haintchen (TOP 8), der Haushaltsplan 2026 (TOP 10) und die Hebesatzsatzung (TOP 11) verschwanden von der Bildfläche. Der Grund war so simpel wie professionell: Hier gibt es noch Beratungsbedarf in den Ausschüssen.</p>



<p><strong>Ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk mit dreijähriger Garantie</strong></p>



<p>Gute Nachrichten vom Energiemarkt sind derzeit so selten wie Schnee im Flachland, doch der Gemeindevorstand konnte unter TOP 5.1 tatsächlich ein „Geschenk“ präsentieren. Die Neuverhandlungen mit der Süwag Vertrieb AG &amp; Co. KG führen ab dem 1. Januar 2026 zu spürbaren Entlastungen. Besonders erfreulich für die langfristige Planung: Es handelt sich um Durchschnittspreise, die für eine Laufzeit von stolzen drei Jahren festgeschrieben wurden.</p>



<p>Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:</p>



<p>•&nbsp;<strong>Strom:</strong>&nbsp;Der Preis sinkt von 11,8 ct/kWh auf&nbsp;<strong>10,600 ct/kWh</strong>&nbsp;(zzgl. Grundpreis).</p>



<p>•&nbsp;<strong>Erdgas:</strong>&nbsp;Hier fällt der Preis von 4,8 ct/kWh auf&nbsp;<strong>3,950 ct/kWh</strong>&nbsp;(zzgl. Grundpreis).</p>



<p>Es ist eine jener seltenen „fairen Anpassungen“, bei denen der Pfeil tatsächlich nach unten zeigt – ein seltener Moment kommunaler Glückseligkeit.</p>



<p><strong>Das Märchen vom Wohneigentum – Krimi am „Talblick 13“</strong></p>



<p>Kommunalpolitik kann manchmal die Züge eines kleinen Skandals annehmen. Im Ortsteil Eisenbach sollte das Baugrundstück „Talblick 13“ eigentlich längst den Besitzer gewechselt haben. Doch dann kam die menschliche Natur ins Spiel: Die ausgewählten Bewerber hatten im Prozess offenbar eine winzige Kleinigkeit vergessen – nämlich, dass sie bereits zu exakt 25 % im Besitz von Wohneigentum waren. Da dies die Vergabekriterien massiv beeinflusst hätte, musste die Reißleine gezogen werden. Nach Rücksprache mit dem Hessischen Städte- und Gemeindebund (HSGB) wurde die Vergabe kurzerhand aufgehoben. Nun wird nach neuen, hieb- und stichfesten Kriterien gesucht. Ein Schelm, wer bei der „vergessenen“ Viertel-Immobilie an ein bewusstes Versäumnis denkt.</p>



<p><strong>Rechnen für Fortgeschrittene – Das Wunder von Selters</strong></p>



<p>Zahlen können trocken sein, oder sie können eine beruhigende Geschichte erzählen. Der Jahresabschluss 2024 (TOP 6) weist zwar einen Fehlbetrag von rund 107.000 € aus, doch im Vergleich zur ursprünglichen Planung ist das eine Verbesserung von satten 264.000 €. Das Wichtigste für alle Selterser: Die Gemeinde kommt weiterhin ohne Liquiditätskredite aus.</p>



<p>„Unsere Gemeindekasse ist zwar kein Füllhorn, aber sie steht auf einem beneidenswert soliden Fundament. Wir haben unsere Schulden aus eigener Kraft getilgt und verfügen über einen Liquiditätspuffer von über 561.000 Euro. Damit liegen wir fast doppelt so hoch wie der gesetzlich geforderte Mindestpuffer von etwa 316.000 Euro. Wir gehen also nicht nur mit einer stabilen Kasse, sondern mit einem echten Schutzschirm ins neue Jahr.“</p>



<p><strong>Die Wanderbäckerei und der moderne Klimaschutz</strong></p>



<p>In der Bauleitplanung „In der Oberau“ (TOP 7) gab es eine interessante Kurskorrektur. Eine ursprünglich geplante Bäckereifläche von maximal 100 m² wurde aus dem Plan gestrichen. Kein Grund zur Sorge für Brötchen-Liebhaber: Der Bedarf soll stattdessen im Bereich „Am Schwimmbad“ gedeckt werden. Die Bäckerei zieht also im Geiste ein paar Straßen weiter. Zukunftsweisend zeigte sich die Versammlung zudem beim Thema Klimaschutz: In künftige Kaufverträge wird eine Regelung zur dezentralen Regenrückhaltung aufgenommen. Ein kleiner, aber wichtiger Beitrag zur Klimaresilienz unserer Gemeinde.</p>



<p><strong>Gute Ideen, schwierige Wege – Senioren, Pfleger und das Bürgerbüro</strong></p>



<p>Zum Abschluss wurde es noch einmal politisch. Drei Anträge aus der Mitte der Versammlung standen zur Debatte. Während die Ideen für einen Seniorenbeirat und eine Gemeindepflegerin trotz ehrenwerter Begründung keine Mehrheit fanden und abgelehnt wurden, gab es für das „Bürgerbüro“ grünes Licht für die nächste Runde. Der Wunsch nach einer zentralen Schnittstelle zwischen Bürger und Verwaltung, die Anliegen effizient steuert, wird nun im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) im Detail geprüft. Ein kleiner Sieg für die Bürgerfreundlichkeit gegen die bürokratische Skepsis.</p>



<p><strong>Ein Ausblick mit einer Prise Neugier</strong></p>



<p>Der Abend endete mit einem personellen Stabwechsel. Jürgen Hundler verabschiedete sich nach langjährigem Engagement mit einer bewegenden Rede aus dem Gemeindevorstand. Sein Nachfolger, Georg Horz, rückt nun als Erster Beigeordneter nach – und das mit einer interessanten Note: Er wurde durch eine Änderung der ursprünglich vorgesehenen Reihenfolge im Wahlvorschlag direkt ins Amt gehoben.</p>



<p>Ein neuer Name, eine frische Struktur im Bürgerbüro und sinkende Energiekosten – Selters scheint seine Hausaufgaben vor dem Fest gemacht zu haben. Bleibt die Frage: Ist die neu gewonnene Effizienz der Verwaltung ein dauerhafter guter Vorsatz für 2026? Wir werden es beobachten.</p>
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		<title>Was in der Selterser Gemeindevertretung wirklich passiert: Fünf überraschende Einblicke aus der 39. Sitzung</title>
		<link>https://uwe-news.de/was-in-der-selterser-gemeindevertretung-wirklich-passiert-fuenf-ueberraschende-einblicke-aus-der-39-sitzung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[No]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Jan 2026 10:14:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Notizen aus dem Protokoll]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gemeindevertretersitzungen und ihre Protokolle haben den Ruf, trocken, langweilig und für Normalsterbliche kaum verständlich zu sein. Doch hinter den formalen Tagesordnungspunkten und bürokratischen Formulierungen verbergen sich oft Geschichten, die überraschen, zum Schmunzeln anregen oder tiefere Einblicke in die Herausforderungen einer Gemeinde geben. Wir haben uns durch das 22-seitige Protokoll der letzten Sitzung vom 18. November 2025 gearbeitet und die fünf interessantesten Entdeckungen für Sie herausgefiltert. Kommen Sie mit auf einen Blick hinter die Kulissen der Selterser Lokalpolitik.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://uwe-news.de/was-in-der-selterser-gemeindevertretung-wirklich-passiert-fuenf-ueberraschende-einblicke-aus-der-39-sitzung/">Was in der Selterser Gemeindevertretung wirklich passiert: Fünf überraschende Einblicke aus der 39. Sitzung</a> erschien zuerst auf <a href="https://uwe-news.de">UWE News</a>.</p>
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<p>Gemeindevertretersitzungen und ihre Protokolle haben den Ruf, trocken, langweilig und für Normalsterbliche kaum verständlich zu sein. Doch hinter den formalen Tagesordnungspunkten und bürokratischen Formulierungen verbergen sich oft Geschichten, die überraschen, zum Schmunzeln anregen oder tiefere Einblicke in die Herausforderungen einer Gemeinde geben. Wir haben uns durch das 22-seitige Protokoll der letzten Sitzung vom 18. November 2025 gearbeitet und die fünf interessantesten Entdeckungen für Sie herausgefiltert. Kommen Sie mit auf einen Blick hinter die Kulissen der Selterser Lokalpolitik.</p>



<p><strong>1. Das Rätsel um das vergessene Häuschen: Wem gehört eigentlich das „Börnchen“?</strong></p>


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<figure class="alignright size-large"><img decoding="async" width="582" height="1024" src="https://uwe-news.de/wp-content/uploads/39k-scaled-e1767714819514-582x1024.png" alt="" class="wp-image-6865" srcset="https://uwe-news.de/wp-content/uploads/39k-scaled-e1767714819514-582x1024.png 582w, https://uwe-news.de/wp-content/uploads/39k-scaled-e1767714819514-171x300.png 171w, https://uwe-news.de/wp-content/uploads/39k-scaled-e1767714819514-873x1536.png 873w, https://uwe-news.de/wp-content/uploads/39k-scaled-e1767714819514-1165x2048.png 1165w, https://uwe-news.de/wp-content/uploads/39k-scaled-e1767714819514-239x420.png 239w, https://uwe-news.de/wp-content/uploads/39k-scaled-e1767714819514-696x1224.png 696w, https://uwe-news.de/wp-content/uploads/39k-scaled-e1767714819514-1068x1878.png 1068w, https://uwe-news.de/wp-content/uploads/39k-scaled-e1767714819514.png 1429w" sizes="(max-width: 582px) 100vw, 582px" /></figure>
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<p>Eine Anfrage zum baulichen Verfall des alten Brunnenhäuschens, liebevoll „Börnchen“ genannt, brachte eine kuriose Wahrheit ans Licht. Die anfragende Fraktion ging, wie vermutlich viele in Selters, davon aus, dass das historische Gebäude noch der Radeberger Gruppe gehört. Man machte sich Sorgen um den Erhalt und fragte, was der Besitzer gegen den Verfall zu tun gedenke.</p>



<p>Die Antwort der Verwaltung dürfte für allgemeine Überraschung gesorgt haben: Das „Börnchen“ befindet sich bereits seit Dezember 2018 wieder im Eigentum der Gemeinde Selters (Taunus). Die bisherige Annahme basierte, so heißt es im Protokoll, auf „veralteten Unterlagen“. Nachdem das Eigentum nun geklärt ist, wird die Gemeinde selbst den Zustand des Gebäudes prüfen und Sanierungsmaßnahmen einleiten. Es ist doch beruhigend zu wissen, dass selbst eine ganze Gemeinde mal den Überblick darüber verlieren kann, welches Häuschen ihr eigentlich gehört.</p>



<p><strong>2. Wasser-Sorgen: Zwischen „gesundheitsgefährdenden Keimen“ und strategischen Neuausrichtungen</strong></p>



<p>Der Name Selters ist weltweit ein Synonym für bestes Mineralwasser. Umso pikanter ist es, dass die lokale Wasserversorgung gleich mehrfach für Kopfzerbrechen sorgt. Ein ganz konkretes Problem ist die Zapfstelle für den „Haustrunk“ im Mineralbrunnen Niederselters, die seit November 2024 geschlossen ist. Der Grund: eine „stetige Verkeimung des Wassers mit gesundheitsgefährdenden Keimen“. Die Instandsetzung kostet rund 10.000 €, die nicht im Haushalt eingeplant waren.</p>



<p>Doch die Sorgen gehen tiefer. Die allgemeine Unzufriedenheit mit der Organisation der Wasserversorgung führte zu gleich zwei Anträgen, die eine grundlegende Neuaufstellung fordern. Ein Antrag zielt darauf ab, zu prüfen, ob die Gemeinde die Wasserversorgung aufgrund „erheblicher Differenzen“ mit dem aktuellen Dienstleister wieder vollständig selbst betreiben kann. Ein zweiter Vorschlag will die Möglichkeit einer interkommunalen Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden für einen gemeinsamen „Wassermeister“ ausloten. Beide Anträge wurden zur weiteren Beratung an den Finanzausschuss verwiesen. Es scheint, als hätte man in Selters zwar Wasser im Überfluss, aber bei der Verwaltung desselben noch einige dicke Bretter zu bohren.</p>



<p><strong>3. Warum das Freibad nicht einfach früher öffnen kann: Eine Lektion in Bäderministerialbürokratie</strong></p>



<p>Es war eine bürgerfreundliche und naheliegende Frage: Könnte man das Freibad bei schönem Wetter nicht einfach früher öffnen, vielleicht schon zum 1. Mai? Wer auf eine unkomplizierte Antwort hoffte, wurde von der Verwaltung eines Besseren belehrt. Die Antwort ist ein kleines Meisterwerk deutscher Gründlichkeit und zeigt, warum spontane Freibadöffnungen eine Illusion sind.</p>



<p>Die Hindernisse sind zahlreich und wurden detailliert aufgelistet:</p>



<p>•&nbsp;<strong>Frostgefahr:</strong>&nbsp;Das Edelstahlbecken darf erst entleert werden, wenn kein Frost mehr droht, also in der Regel erst Ende März.</p>



<p>•&nbsp;<strong>Zeitplan:</strong>&nbsp;Von der Entleerung über die chemische Grundreinigung bis zur Befüllung und zum Aufheizen vergehen mindestens fünf bis sechs Wochen – im Idealfall.</p>



<p>•&nbsp;<strong>Sonneneinstrahlung:</strong>&nbsp;Wird das leere, von der Sonne aufgeheizte Becken mit kaltem Wasser befüllt, kann sich der Stahlboden irreparabel verformen.</p>



<p>•&nbsp;<strong>Wasserproben:</strong>&nbsp;Allein die gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung des Wassers, insbesondere auf Legionellen, dauert zwei Wochen.</p>



<p>Das Fazit ist ernüchternd: Während eine Verlängerung der Saison im September relativ einfach ist, ist ein früherer Start ein logistischer Albtraum. Der bewährte Eröffnungstermin – der zweite Sonntag im Mai – wird uns wohl erhalten bleiben.</p>



<p><strong>4. Ein unerwarteter Geldsegen mit Haken: Warum ein Millionen-Plus auch Stillstand bedeutet</strong></p>



<p>Auf den ersten Blick gibt es aus der Gemeindekasse Erfreuliches zu berichten. Statt eines geplanten Defizits von über 153.000 € für das Jahr 2025 weist der Haushalt aktuell einen Überschuss von satten 2,3 Millionen Euro auf. Auch wenn noch einige große Ausgaben und Einnahmen verbucht werden müssen, geht die Verwaltung davon aus, dass das Jahr positiv oder zumindest mit einer „schwarzen Null“ abschließen wird.</p>



<p>Ein zweiter Blick auf die Zahlen offenbart jedoch die andere Seite der Medaille. In der Liste der Investitionsprojekte klaffen bei vielen wichtigen Vorhaben große Lücken zwischen Plan und Realität. So waren beispielsweise für die „Grundhafte Sanierung Rathaus NDS“ (Niederselters) 216.600 € eingeplant, aber erst rund 19.000 € ausgegeben. Für die „Grundhafte Sanierung HB“ (Hochbehälter) wurden von 754.000 € erst 27.500 € investiert. Die guten Zahlen bedeuten also auch: Viele geplante und notwendige Projekte kommen nicht voran. Der Geldsegen ist somit auch ein Zeichen von Stillstand.</p>



<p><strong>5. Heiße Kartoffel Kinderbetreuung: Eine Entscheidung wird auf die Zeit nach der Wahl vertagt</strong></p>



<p>Eines der politisch heikelsten Themen stand ebenfalls auf der Tagesordnung: die Kostenentwicklung bei der Kinderbetreuung und die „Einbringung einer Beitragsanpassung“ – im Klartext: eine mögliche Erhöhung der Kitagebühren. Doch zu einer Diskussion kam es nicht.</p>



<p>Der Tagesordnungspunkt wurde kurzerhand abgesetzt. Die Begründung: Das komplexe Thema soll erst in einer der ersten Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses&nbsp;<em>nach der Kommunalwahl 2026</em>&nbsp;weiterberaten werden. Bis dahin soll die Verwaltung eine neue Kostenübersicht erstellen, mit den Trägern über Einsparpotenziale sprechen und die Bürger in einer Informationsveranstaltung über die Problematik aufklären. Dass eine potenziell unpopuläre Entscheidung über höhere Gebühren damit elegant in die Zeit nach dem Wahltermin verschoben wird, ist ein klassischer Schachzug, der zeigt, dass auch in der Lokalpolitik das richtige Timing alles ist.</p>



<p><strong>Schlussfolgerung: Was uns die Tagesordnung verrät</strong></p>



<p>Die Sitzung vom 18. November 2025 zeigt, dass Lokalpolitik eine faszinierende Mischung aus komplexen technischen Realitäten (das Schwimmbad), überraschenden Fundstücken (das „Börnchen“) und strategischen Manövern (die Kinderbetreuung) ist. Es beweist, dass sich ein genauerer Blick in die offiziellen Protokolle lohnt. Welche Geschichten mögen wohl in der nächsten Tagesordnung versteckt sein?</p>
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