Nach der gestrigen Gemeindevertretersitzung – der letzten nach einer fünfjährigen Wahlperiode – habe ich das Gefühl, im falschen Film zu sein.

Der Haushalt 2026: Viel Dialog, wenig Rückgrat

Wochenlang haben wir diskutiert. Wir haben konstruktive Dialoge geführt, Ideen ausgetauscht und am Ende stand ein Entwurf, der eigentlich von allen Beteiligten mitgetragen wurde. Doch was passiert in der entscheidenden Sitzung? Es findet sich keine „wirkliche“ Mehrheit, die den Mut hat, mit JA zu stimmen. Das Ergebnis: SOMACHEMERS! (So machen wir es – oder eben auch nicht).

Besonders enttäuschend war das Abstimmungsverhalten. Unbeeindruckt trotz deutlicher Hinweise von unserer Seite (UWE), dass eine Enthaltung in einer so zentralen Frage wie dem Haushalt einem „Verstecken“ und „Wegducken“ gleichkommt, wurde lieber über die demokratische Legitimation der Enthaltung philosophiert. Ja, wir wissen, dass man sich enthalten darf – aber wer übernimmt hier eigentlich die Verantwortung und sagt, wo es langgeht? Bei dieser wichtigen Sitzung war das vor allem die UWE.

Der „Zabel-Effekt“: Transparenz und harte Arbeit

Alle, die im Wahlkampf gefordert haben: „Wählt Benjamin Zabel, mit ihm geht es aufwärts“, hätten diesem Haushalt konsequent zustimmen müssen.

Bürgermeister Zabel hat in nur zwei Monaten:

  • Den Haushalt komplett „auf links gedreht“.
  • Jeden Cent mehrfach geprüft und umgeschichtet.
  • In einen echten Dialog mit den Fraktionen investiert.
  • Jeden Vorschlag ernst genommen und fast alle davon umgesetzt.

Ein Vertreter bedankte sich sogar ausdrücklich für die Umsetzung einer Idee – völlig neue Töne in unserer Gemeindevertretung! Selbst die Anpassung der Schwimmbadgebühren erfolgte einstimmig. Jahrelang hat die UWE Veränderungen angemahnt, Prüfaufträge erteilt und Anregungen hinterlassen – oft gegen massiven Widerstand. Und jetzt? Jetzt werden Teile unserer Vorschläge umgesetzt und plötzlich stimmen alle zu. Ich dachte kurzzeitig: Wir haben die Wende geschafft.

Das Paradoxon der „Opposition“

Doch weit gefehlt. Kaum geht es um das große Ganze – den Haushalt –, enthalten sich fast alle. Nach dem Motto: „Mir doch egal, aber wenn die anderen das wollen, sollen sie halt machen.“ Gleichzeitig werden Flyer für die anstehende Wahl verteilt, in denen plakativ von einem „Ausgabeproblem“ die Rede ist. Hallo? Aufwachen! Natürlich haben wir ein Ausgabeproblem. Aber wo bleiben die Gegenvorschläge? Wo sind die eigenen Ideen derer, die jetzt kritisieren? Von einigen kam während der gesamten Haushaltsberatung nicht ein einziger konstruktiver Vorschlag.

Selters muss aufwachen!

So kann es nicht weitergehen. Wir erleben ein politisches Bild der Zersplitterung:

  1. Die einen fordern ständig neue Ausgaben für jedes spontane Projekt.
  2. Die anderen wollen alles bis ins kleinste Detail zerreden, selbst 14 Jahre nach der Umsetzung.
  3. Und der Rest sagt einfach nur: „Nö“.

JETZT gilt es! Selters braucht eine klare Richtung und Verantwortungsbewusstsein statt taktischer Enthaltungen. Unterstützen Sie die UWE mit Ihrer Stimme und damit einer starken Mehrheit. Wir haben die Kompetenz, wir arbeiten transparent und wir ducken uns nicht weg, wenn es um die Zukunft unserer Gemeinde geht!